Unsere Kunstvermittler:innen nehmen Sie in der öffentlichen Sonntagsführung mit in die Ausstellung „Sperren Sie endlich Ihren Kopf auf!“ Dada als politische Kunst zwischen den Weltkriegen
Antibürgerlich, anarchistisch und pazifistisch übte Dada mit scharfem Blick und beißender Satire Gesellschaftskritik, hinterfragte geltende Werte sowie politische und soziale Zustände und Dynamiken, vor allem jene, die zur Katastrophe des Ersten Weltkriegs geführt hatten. 1916 noch während des Krieges gegründet, wird das Ende der Bewegung zwar in den frühen 1920er Jahren verortet, Künstler:innen wie George Grosz, Hannah Höch und John Heartfield kämpften jedoch mit Mitteln der Kunst später auch gegen den aufkommenden Nationalsozialismus. Den Nationalsozialisten gilt Dada als „entartet“.
Die Kunst der Dadaist:innen ist bunt, laut – und keineswegs einheitlich. Sie bedienten sich unterschiedlichster Stile und produzierten Literatur, Lyrik, Bühnenstücke, Gemälde, Grafik, Collagen und Fotografien. Doch das Politische ist ein zentraler gemeinsamer Nenner, der sich wie ein roter Faden durch die Arbeiten der Bewegung zieht und auf verschiedenste und unerwartete Weisen zum Ausdruck kommt. Zum 110. Geburtstag feiert „Sperren Sie endlich Ihren Kopf auf!“ die Kunstbewegung Dada und zeigt die Aktualität ihres politischen Engagements.
„Dada ist aufregende, innovative Kunst, aber auch ein Appell. Die pazifistisch eingestellten Dadaist:innen zweifelten bereits den Sinn des Ersten Weltkriegs an. Arbeitslosigkeit und Armut prägten die neue Weimarer Republik, das Bürgertum war träge im Denken und Handeln. Machtstrukturen aus dem Kaiserreich waren erhalten geblieben und einige wenige machten sich die Taschen voll. Dada klagte an und forderte das Publikum zum Hinsehen, Reflektieren und Verstehen auf.“ – Dr. Katharina Günther, Kuratorin des Zentrums für verfolgte Künste
Eine Voranmeldung zu den öffentlichen Führungen ist nicht nötig. Start der Führungen ist um 15 Uhr im Museumsfoyer im Bereich der Kasse. Die Führung ist bereits im Museumseintritt enthalten.