Ausstellung „Änne Wagner“
Biographisch-künstlerische Auseinandersetzung mit einer Solinger Zeitzeugin

Herzliche Einladung zur Ausstellungseröffnung am 16. April 2026 um 17.00 Uhr im Zentrum für verfolgte Künste, Wuppertaler Straße 160
Wir sprechen am 122. Geburtstag von Änne Wagner mit ihrer Tochter Regine Weiss. Schüler:innen der 9. Klassen des Humboldtgymnasiums Solingen stellen im Anschluss künstlerische Collagen, Skizzen zur Graphic Novels und kreative Texte vor, die in der Auseinandersetzung mit der Biografie von Änne Wagner entstanden sind.
„[S]ie sahen, dass es vollkommen falsch gewesen war, dass sie sich dagegen nicht zur Wehr gesetzt hatten. Das sahen sie ein, aber da war es zu spät.“ – Änne Wagner zur Einschüchterung der Solinger Bevölkerung durch die NS-Propaganda am 1. Mai 1933
Änne Wagners Geschichte zeigt exemplarisch die Auswirkungen von Kinderarmut, ihren Kampf um soziale Verbesserungen für Familien, ihr Bemühen, sich politisch zu bilden und zu engagieren, die Emanzipation einer jungen Frau in ihrem Streben nach Autonomie und Mündigkeit. Änne Wagner geriet dabei nicht nur mit der KPD-Leitung in Konflikt, sondern erlebte ab 1933 auch die Gleichschaltung, Unterdrückung und Verfolgung ihres persönlichen Umfeldes durch die Nationalsozialisten. Ihre Geschichte und ihre Haltung bieten auch aus heutiger gesellschaftlicher Perspektive Identifikationspotential für junge Menschen. Sie ist eine der wichtigsten Zeitzeug:innen der neuen Bildungs- und Gedenkstätte Max-Leven-Zentrum Solingen, die im November 2025 am ehemaligen Standort der „Bergischen Arbeiterstimme“ eröffnete.
Das Zentrum für verfolgte Künste als langjähriger Kooperationspartner des Humboldtgymnasiums zeigte 2025 in der Ausstellung „Der Holocaust in Comics und Graphic Novels. Die zeichnerische Erzählung als Medium der Erinnerung“ eine Auswahl an künstlerischen Zeitzeugenberichten, biografischen Graphic Novels bis hin zu fiktionalen Geschichten, die historische Ereignisse in künstlerischer Form aufarbeiten. Ziel des Schul-Projektes „Lebendiges Denkmal“ war es, unter Anleitung des Künstlers Till-Martin Köster die persönliche Auseinandersetzung mit der Geschichte von Änne Wagner in einer zeichnerischen oder anderen künstlerischen Erzählform umzusetzen. Die Jugendlichen sollten angeregt werden, mutig und mündig Ausdrucksformen für den eigenen Standpunkt/die eigene Haltung/die eigene Stimme zu finden.
Das Engagement für eine wehrhafte Demokratie, die sich gegen Vorurteile, Ressentiments und Hass auflehnt, ist aktuell bedeutsamer denn je. Das Projekt beleuchtet die Person Änne Wagners, eine Frau, die sich als Teil des Ganzen identifizierte und Verantwortung übernahm. „Gemeinsam fit für die Zukunft – hier und anderswo“ ist das Leitbild des Humboldtgymnasiums Solingen. Es steht für den Gemeinschaftssinn und die ganzheitliche Bildung im Sinne des Demokratielernens. Die Projektarbeit – unterstützt durch Kooperationspartner innerhalb der Schule sowie die Zusammenarbeit mit dem Zentrum für verfolgte Künste und dem Max-Leven-Zentrum am außerschulischen Lernort – ermöglichte den Jugendlichen eine Erweiterung ihrer Perspektive und den Freiraum, sich künstlerisch zu den Themen „Emanzipation, Solidarität und Engagement vor 100 Jahren und heute“ am Beispiel von Änne Wagner auszudrücken.
Das Projekt entstand in der Vorhabenwoche „Erinnerungskultur und Demokratiebildung“ der 9. Klassen des Humboldtgymnasiums Solingen im Oktober 2025. Die Mitarbeit des Künstlers Till-Martin Köster wurde durch das Landesprogramm „Kultur und Schule“ gefördert.
Die Ausstellung ist vom 16.-26. April 2026 im Ratssaal des Zentrums für verfolgte Künste zu sehen.
Material
Pressespiegel
Aktuelles

Wechselausstellung
:
Lebenslinien. Über Grenzen hinweg
Ein Kunstprojekt von Hanna Melnykova
Im Sommer 2025 wanderte die Fotokünstlerin Hanna Melnykova von Deutschland in die Ukraine. Das Museum Zentrum für verfolgte Künste zeigt die fotografische Dokumentation ihres performativen Spaziergangs.

Exkursion
:
Vergangenheit begegnen – Kunst und Erinnerung in Krakau und Auschwitz
Studien- und Erinnerungsreise nach Polen
Das Zentrum für verfolgte Künste bietet vom 9. bis 12./13. April 2026 anlässlich der Ausstellung „Marian Ruzamski. Kunst der Erinnerung“ in Krakau eine geführte Studienreise nach Polen an.

Vernissage
:
Ausstellung „Änne Wagner“
Biographisch-künstlerische Auseinandersetzung mit einer Solinger Zeitzeugin
Schüler:innen des Humboldtgymnasiums stellen Collagen, Skizzen zur Graphic Novels und Texte vor, die in der Auseinandersetzung mit der Biografie von Änne Wagner entstanden.

