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Schreiben um zu leben. Oder: Wer ein rotes, springendes Herz hat

Live-Hörspiel über Else Lasker-Schüler und Anne Frank

Schulaufführung
Ein Mädchen mit einem roten Regenschirm springt eine Treppe herauf.
12.11.26
11 Uhr

Um die Schulaufführung zu besuchen, bitten wir um rechtzeitige Anmeldung unter info@verfolgte-kuenste.de!

Was geschieht, wenn die Welt da draußen das Licht ausknipst? Wenn der vertraute Alltag von den brutalen Gesetzen einer menschenverachtenden Ideologie erdrückt wird, wenn Zwangsexil und das klaustrophobische Eingesperrtsein im Hinterhaus zur ultimativen Endstation werden?

Heiner Bontrups Live-Hörspiel wagt ein literarisches Experiment: Er führt die Stimmen von Else Lasker-Schüler und Anne Frank in einem zeitlosen Raum zusammen. Sie trennten Welten – die eine eine gealterte, exzentrische Dichterfürstin im heißen Jerusalem, die andere ein heranwachsendes Mädchen im feuchten Amsterdamer Versteck. Und doch eint sie das Fundament ihrer Existenz: das Schreiben als Überlebensgarantie.

Dieses Stück begreift beide Frauen nicht in einer passiven Opferrolle. Es zeigt sie als unerschrockene Chronistinnen ihrer eigenen Innenwelt. Ob in Elses Flucht in ein frei erfundenes, mystisches „Asiatisch“ oder in Annes intimen Briefen an ihre imaginäre Freundin Kitty – die Sprache wird hier zur uneinnehmbaren Festung.

Die in der Inszenierung gezeigten Kohlezeichnungen des Komponisten und Bühnenmusikers Herbert. A. Mitschke sind dabei weit mehr als Dekoration. Sie sind visuelle Fragmente, Staub und Ruß, gezeichnete Gedanken, die im Rhythmus des Dialogs langsam ineinanderfließen. Sie fangen den Blick des Zuschauers ein und lenken ihn dorthin zurück, wo die eigentliche Magie dieses Abends stattfindet: zum nackten, gesprochenen Wort und zum Klang der Musik, die gegen das Verstummen der Kultur anspielt.

„Wer ein rotes, springendes Herz hat“ ist ein Plädoyer für die Unzerstörbarkeit des menschlichen Geistes. Es erinnert uns daran, dass Kunst keine Dekoration für friedliche Zeiten ist – sondern die schärfste Waffe des Humanismus in der tiefsten Dunkelheit.

Mitwirkende

  • Ingeborg Wolff: Else Lasker-Schüler
  • Luise Kinner: Anne Frank
  • Herbert Mischke: Theatermusik und Videoprojektionen
  • Ulrike Kaltenbrunner: Gesang
  • Heiner Bontrup: Text & Regie

Die Uraufführung war am 9. Mai 2025 im Theater des OBA in Amsterdam im Rahmen des 25. Else Lasker-Schüler-Forums

Eine Produktion des Theaters Anderwelten im Auftrag der Else Lasker-Schülergesellschaft

Die Aufführung wird von der Else Lasker-Schülergesellschaft und der Stadt-Sparkasse Solingen unterstützt. Der Eintritt ist frei.

Material

Pressespiegel

Aktuelles

Fritz Schaefler, Dorftypen, 1940er Jahre, Öl auf Karton, Auf Karton aufgezogen und auf Sperrholz montiert, 49,8 x 39,9 cm © VAN HAM Art Estate: Fritz Schaefler
26.11.26
14.2.27

Wechselausstellung

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Schicksalslinien

Der Maler Fritz Schaefler und sein Sammler Joseph Heymann

Die Ausstellung befasst sich mit den gebrochenen Biografien zweier Männer: des expressionistischen Malers und Grafikers Fritz Schaefler (1888-1954) und des rheinischen jüdischen Industriellen und Kunstsammlers Joseph Heymann (1887-1954).

Ausstellungseröffnung „Sperren Sie endlich Ihren Kopf auf!“, Foto: Daniela Tobias 
12.7.26

Führung

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Öffentliche Führung „Sperren Sie endlich Ihren Kopf auf!“

Dada als politische Kunst zwischen den Weltkriegen

Unsere Kunstvermittler:innen zeigen Ihnen in der öffentlichen Sonntagsführung die Ausstellung „Sperren Sie endlich Ihren Kopf auf!“ Dada als politische Kunst zwischen den Weltkriegen.

Ausstellungseröffnung „Sperren Sie endlich Ihren Kopf auf!“, Foto: Daniela Tobias 
19.7.26

Führung

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Öffentliche Führung „Sperren Sie endlich Ihren Kopf auf!“

Dada als politische Kunst zwischen den Weltkriegen

Unsere Kunstvermittler:innen zeigen Ihnen in der öffentlichen Sonntagsführung die Ausstellung „Sperren Sie endlich Ihren Kopf auf!“ Dada als politische Kunst zwischen den Weltkriegen.