„Nichts anderes, als tanzen!“
Kulturpolitischer Salon mit Lutz Förster

Andreas Schäfer lädt zum Salon im Zentrum für verfolgte Künste an der Wuppertaler Straße 160 ein, um kulturpolitische Entwicklungen anhand von Biografien bekannter Persönlichkeiten zu beleuchten.
Sein Gast, der Tänzer Lutz Förster, ist ein wichtiger Weggefährte der Choreografin Pina Bausch. Wie sie wurde er in Solingen geboren. Ab 1975 tanzte er im Wuppertaler Tanztheater. In weltberühmten Tanzstücken wie „Kontakthof“, „Nelken“, „Keuschheitslegende“, „Blaubart“ und „Die sieben Todsünden“ war er auch im Solinger Theater zu Gast. Von 2013 bis 2016 war er künstlerischer Leiter des Tanztheaters in der Nachfolge der 2009 verstorbenen Pina.
In besonderer Erinnerung beim Publikum geblieben ist sein Auftritt im Stück „Nelken“, in dem er das Lied »The Man I Love«, mit der Gebärdensprache für Gehörlose begleitet.
Im September 2015 wurde Lutz Förster in Positano (Italien) mit dem Léonide Massine Tanzpreis für sein Lebenswerk (Premio alla Carriera) ausgezeichnet. 2023 erhielt er den Deutschen Tanzpreis.
Das Gespräch geht über den gemeinsamen Ursprung, die fruchtbare Zusammenarbeit bis hin zu Bedeutung des Erbes.
Eine Veranstaltung der Bergischen Volkshochschule und des Zentrums für verfolgte Künste in Zusammenarbeit mit dem Pina-Bausch-Freundeskreis Solingen e. V. und der Buchhandlung Schatzinsel.
Der Eintritt ist frei - es gilt das Prinzip "pay what you like".
Lutz Förster
Von 1975 an tanzte Lutz Förster 40 Jahre in zahlreichen Produktionen beim Tanztheater Wuppertal Pina Bausch in Wuppertal und auf Tourneen weltweit und war von 2013 bis 2016 dessen Künstlerischer Leiter. Er unterrichtete von 1988 bis 2019 an der Folkwang Universität der Künste, ab 1991 als Professor für Zeitgenössischen Tanz. Von 1992 bis 2012 leitete er den Studiengang Tanz bzw. das Institut für Zeitgenössischen Tanz.
Er wurde 1953 in Solingen geboren. Nach dem Abitur ging er zunächst zum Studium der Romanistik, Slawistik und Geschichte nach Hamburg. Seine Tanzausbildung erhielt er an der Lola Rogge Schule, an der Folkwang Hochschule, u.a. bei Hans Züllig, Jean Cébron, in London und New York bei Matt Mattox, Ruth Currier und Zena Rommett. Er war Mitglied im Folkwang Tanzstudio unter der Leitung von Susanne Linke und Reinhild Hoffmann.
Nach einem Stipendium in New York (1981/82), hauptsächlich bei der José Limón Dance Company kehrte er 1984 als Stellvertretender Künstlerischer Direktor zu diesem Ensemble zurück und tanzte dort bis 1986 unter anderem in Choreographien von José Limón, Lucas Hoving, Meredith Monk, Susanne Linke und Anna Sokolow. Er arbeitete mit Robert Wilson in Produktionen der Hamburgischen Staatsoper (Cosmopolitan Greetings), der Mailänder Scala (Dr. Faustus) und mit Sir Simon Rattle und Karl-Ernst Herrmann bei den Salzburger Festspielen (Die Boreaden).
Er trat in Film und TV Produktionen auf, unter anderen in Pina von Wim Wenders, in dem prämierten Kurzfilm In and out of Control von Emir Eralp und 2023 in dem Kurzfilm Syntax in Space von Fabiane Kemman, einem Film über die Poesie der Gebärdensprache. 2026 spielte er im Rahmen der „Duisburger Akzente“ in der Schauspielproduktion „Und im Blau zu verschwinden“ unter der Regie von Kornelius Eich.
Er studierte Choreographien ein von José Limón, Meredith Monk und Pina Bausch für das Joffrey Ballet, New York; das Hamburg Ballett - John Neumeier; Nureyev and Friends on Broadway; das Ballet de Nancy; den Studiengang Tanz der Folkwang Universität der Künste und das Tanztheater Wuppertal-Pina Bausch.
2009 kreierte er das Solo „Lutz Förster – Portrait of a Dancer“, ein Rückblick auf sein künstlerisches Leben, insbesondere auf seine 34jährige Zusammenarbeit mit Pina Bausch sowie mit Robert Wilson und der José Limón Dance Company mit dem er bis 2019 in Deutschland und weltweit (u.a. Warschau, Ferrara, Brüssel, Oslo, Zagreb, Seoul, Beirut, Xalapa/Mexiko) gastierte.
2024 kehrte er mit dem Stück Kontakthof – Echoes of ’78 in der Regie von Meryl Tankard auf die Bühne des Opernhauses Wuppertal zurück, eine Produktion, die 2025 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde und danach bis Juni 2026 weltweit gastierte.
Er war Künstlerischer Leiter der Festivals Folkwang in Moskau (1993), Folkwang Fest der Künste (2001) zum 100sten Geburtstag von Kurt Jooss und 2010 bei der 2. Biennale der Tanzausbildung im Rahmen der Kulturhauptstadt RUHR 2010 und war Künstlerischer Berater bei Pina Bauschs Tanzfestival NRW 2004.
Lutz Förster arbeitet als Gastdozent u.a. für Tanztheater Bochum/Reinhild Hoffmann, Tanztheater Bremen/Susanne Linke - Urs Dietrich, Tanztheater Basel/Joachim Schlömer, Tanztheater Münster/Daniel Goldin, City Contemporary Dance Company/Hong Kong, Modern Dance Theatre/Ankara, Tanztheater Kassel; in San José/Costa Rica, Sankt Petersburg, und an den Universitäten in Mexico City, Austin/Texas, Istanbul, Bogotá, Porto Alegre (Brasilien), Nanjing und Dalian (China), sowie den Sommerakademien in Berlin, München, Wien und Jacob’s Pillow (USA). 2008/09 lehrte er im Rahmen einer Gastprofessur an der Universidad Veracruzana in Xalapa/Mexico.
Im September 2015 wurde Lutz Förster in Positano (Italien) mit dem Léonide Massine Tanzpreis für sein Lebenswerk (Premio alla Carriera) ausgezeichnet. 2023 erhielt er den Deutschen Tanzpreis.
Material
Pressespiegel
Latest news

Wechselausstellung
:
Lines of Destiny
The painter Fritz Schaefler and his collector Joseph Heymann
The exhibition explores the fractured biographies of two men: the Expressionist painter and graphic artist Fritz Schaefler (1888-1954) and the Rheinland Jewish industrialist and art collector Joseph Heymann (1887-1954).

Guided Tours
:
Public guided tour “Unlock your heads at last!”
Dada as Political Art Between the World Wars
During our public Sunday tour, our art educators will guide you through the exhibition „Unlock your heads at last!“ Dada as Political Art Between the World Wars.

Guided Tours
:
Public guided tour “Unlock your heads at last!”
Dada as Political Art Between the World Wars
During our public Sunday tour, our art educators will guide you through the exhibition „Unlock your heads at last!“ Dada as Political Art Between the World Wars.

